Feng Shui Regeln

Wie lauten die Feng Shui Regeln? Kann ich nach diesen Regeln alles optimieren?

Das Leben nach Feng Shui liegt voll im Trend. Die daoistische Harmonielehre aus China macht es sich zum Ziel, den Menschen mit seiner Umgebung zu harmonisieren.
Die Gestaltung der Wohn- und Lebensräume nach bestimmten Regeln trägt dazu bei, das Wohlbefinden zu steigern. Yin und Yang stehen im Mittelpunkt der Feng Shui-Lehre. Ihre Kräfte stehen jederzeit im Gleichgewicht zueinander und erzeugen damit Harmonie.

Dabei taucht aber immer wieder eine Frage auf: Wie lauten denn nun die Feng Shui Regeln? Und diese Frage lässt sich so nicht beantworten. Denn es gibt zwar einige Grundlagen, an die Sie sich halten können, aber es gibt in dem Sinne keine allgemeingültigen Regeln, die für jeden und für alles gelten. Die Feng Shui Regeln müssten im Bedarfsfall immer für den jeweiligen Einsatzzweck erarbeitet und erstellt werden. Wichtig ist dabei, das Ziel, welches es zu erreichen gilt. Soll ein Raum, oder ein Teil eines Raums optimiert werden, gilt es die gesamt Wohnung zu verbessern, oder soll gar ein Haus gemäß Feng Shui Kriterien geplant werden.

Herkunft und Geschichte der Feng Shui Regeln

Traditionell betrachtet spielt Feng Shui in China zunächst bei der Gestaltung von Grabstätten und in der Gartenkunst eine Rolle. Die Regeln werden jedoch auch auf andere Gebiete angewandt, nämlich Architektur, Landschaftsgestaltung, Stadtplanung und Zimmereinrichtung. Die Gestaltung der Lebensräume nach bestimmten Regeln soll sicherstellen, dass das Chi, die unsichtbare Lebensenergie, frei fließen kann. Das Chi befindet sich überall um uns herum, fließt durch jedes Wesen. Durch Feng Shui kann das Chi in bestimmte Bahnen geleitet werden. Ziel ist Gesundheit, Harmonie und Erfolg des Menschen.

Ausgehend vom Ziel wird man dann einen Lösungsansatz suchen, ob der nun auf der Formenschule oder der Kompass-Schule basiert, ob dabei das Bagua verwendet wird, sei dahingestellt, das hängt vom Ziel und von den Rahmenbedingungen ab. Auch die betroffenen Personen und das Umfeld müssen beachtet werden. Eine Optimierung von Gebäuden und Räumen kann dabei nur zusammen mit den Personen erfolgen, die sich in diesen Räumen aufhalten. Denn die betroffenen Personen müssen sich schließlich mit den getroffenen Maßnahmen wohlfühlen. Wir sind daher der Meinung, dass es kein Patentrezept und damit allgemein gültige Feng Shui Regeln geben kann, wie man Sie manchmal im Internet findet, sondern dass die Feng Shui Regeln immer individuell erstellt werden müssen.

Feng Shui in der Wohnung

Beim Feng Shui gilt es die wichtigsten Regeln zu beachten, um einen Wohnbereich harmonisch zu gestalten:
Licht soll ins Haus kommen. Wo es fehlt, verkümmert der Chi-Fluss. Vorhänge oder Jalousien sollten das Zimmer nicht komplett abdunkeln. Künstliches Licht dem Raum und seinem Zweck angepasst werden.
Türen und Durchgänge werden offen gehalten, sodass die Lebensenergie fließen kann. Blockaden aller Art werden vermieden. Möbel, die im Weg stehen, behindern nur.
Leblose Dinge stören den Energiefluss. Vertrocknete Blumen oder gar ausgestopfte Tiere sind die Gegenspieler des Chi.
Pflanzen bringen Energie und Leben. Sie können Kraft schenken oder ungünstige Elemente kaschieren.
Alle Lebensbereiche werden gut getrennt. Es ist beispielsweise ungünstig, die Arbeit mit ins Schlafzimmer zu nehmen. Es gibt Bereiche, in denen es viel Aktivität gibt und solche, die der Ruhe dienen. Jeder Bereich sollte entsprechend genutzt werden.

Aufräumen und Ordnung sind im Feng Shui enorm wichtig. Den Überblick zu behalten schafft Ruhe. Was entrümpelt werden kann, sollte aus dem Lebensbereich verschwinden. Mit mehr Freiraum kann das Chi besser fließen und verleiht mehr Energie.

Die richtige Ausrichtung von Möbeln sorgt für Schutz, Sicherheit und Geborgenheit. Am sichersten fühlt man sich mit einer festen Wand im Rücken und dort, wo man den Raum, vor allem die Tür, überblicken kann. Die Wand ist ein Garant dafür, dass einem niemand „in den Rücken fallen kann“.
Bei der Dekoration ist weniger mehr. Wenige, gut ausgewählte Accessoires sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Die Dekoration sollte zum Umfeld und zum Zweck des Zimmers passen.
Zum Feng Shui gehören geschwungene Formen. Vergleichbar mit dem Wasser können gerade Linien den Fluss der Energie beschleunigen, es schießt quasi vorbei. Harmonischer fließt die Lebensenergie an geschwungenen Formen vorüber.

Spiegel können reflektieren und stören, das Chi jedoch auch positiv beeinflussen. Entscheidend ist, wo sie angebracht werden.
Wasser ist ein wichtiges Einrichtungselement. Sein Fluss stimuliert die Lebensenergie. Es kann in Form von Aquarien oder Zimmerspringbrunnen im Haus integriert werden.

Feng Shui im Schlafzimmer

Das Schlafzimmer sollte von schädlichen oder störenden Einflüssen freigehalten werden. Schließlich ist es der Raum, der zur Regeneration und Erholung dient. Das Schlafzimmer gehört in einen Bereich des Hauses, in dem keine allzu große Aktivität stattfindet. Als Frühaufsteher wählt man am besten einen Raum im Osten. Ist man eher ein Abendmensch, so darf sich der Raum auch im Westen befinden.
Günstig ist Sonnenlicht, das tagsüber in den Raum strömt, dies bringt Lebensenergie in das Zimmer. Das Bett sollte nicht direkt von der Sonne angestrahlt werden. Dies kann überaktivieren und Schlafprobleme mit sich bringen. Günstig ist auch eine Lage zum Garten hin. Pflanzen sind voller Energie und Nährstoffe und begünstigen das Chi.

Feng Shui und das Bett

Laut Feng Shui sollte das Kopfende des Bettes immer an einer festen Wand stehen. Ist keine Wand vorhanden, ist es ausreichend, wenn das Bett ein hohes Kopfteil hat.
Wasserleitungen oder Heizungsrohre hinter dem Bett wirken sich ungünstig aus, da fließendes Wasser rauschen kann. Dies sorgt für einen unruhigen Schlaf.
Zudem sollte das Bett nicht zwischen einer Tür und einem Fenster aufgebaut werden, ebenso wenig zwischen zwei gegenüberliegenden Fenstern. Auch das Fußende zeigt bestenfalls nicht auf eine Tür. All diese Positionen können das Chi schwächen.

Regale und Schränke über dem Bett sind unangenehm. Auch Deckenbalken wirken sich ungünstig aus, sie stören den Schlaf. Ist es nicht möglich, das Bett anderswo aufzustellen, hilft ein Baldachin, der über dem Bett angebracht wird.

Hat das Schlafzimmer eine Dachschräge, sollte das Bett so stehen, dass der Schlafende aus der Schräge herausschauen kann. Das Kopfende soll also unter der Schräge liegen.

Feng Shui Regeln für das Wohnzimmer

Das Wohnzimmer sollte eine positive Atmosphäre ausstrahlen, sodass die Menschen sich darin geschützt, geborgen und gestärkt fühlen. Optimal ist eine Ausrichtung des Wohnzimmers nach Westen, Südwesten oder Südosten.

Massive Möbel stören den Fluss des Lichtes und setzen im Raum einen zu großen Schwerpunkt. Stattdessen ist es besser, zu leichten Möbeln, natürlichen Materialien und harmonischen Farben zu greifen, die als angenehm empfunden werden.

Dem Feng Shui zufolge sollten Sofa oder Sessel um einen Mittelpunkt im Raum gestellt werden. Als solcher eignet sich ein runder Tisch, ein kreisförmiger Teppich oder auch eine Lichtquelle. Der harmonische Fluss von Kraft und Ruhe des Zentrums wird auf alle Bewohner übertragen. Die Sitzmöbel sollten, ganz nach den wichtigsten Regeln des Feng Shui, mit einer Wand im Rücken stehen und einen Überblick über den ganzen Raum ermöglichen, ganz besonders auf die Eingangstür. Dies sorgt unterbewusst für Schutz, Sicherheit und Entspannung.
Pflanzen sorgen für angenehme Luft und bringen positive Energie in das Zimmer.

In einem Wohnraum, der nach Feng Shui ausgerichtet ist, sollte alles fließen. Scharfe Ecken und Kanten bringen Nachteile mit sich, sie behindern den Fluss der Energie. Sie sollten besser abgerundet oder verdeckt werden und nicht offen auf den Bewohner zeigen. Tücher oder Wanddekorationen sind dafür nützliche und wohnliche Helfer.

Die Besonderheiten von Spiegeln

Ein Spiegel, der dem Bett gegenüber liegt, bringt Unruhe. Spiegel können verbrauchte Energie zurückwerfen und den Schlaf stören. Auch gegenüber Eingangstüren sind Spiegel nicht günstig. Besucher könnten sich dadurch irritiert fühlen.

Dennoch wirken sich Spiegel an mancher Stelle auch sehr günstig auf das Chi aus und können es verstärken. In einem Raum mit viel Aktivität sorgen Spiegel für positive Energie.

Feng Shui im Garten

Feng Shui im Garten ist traditionell. Auch hier gelten die Grundsätze von Yin und Yang.
Im Garten zeigt sich ein Überschuss an Yin durch üppiges Blattwerk und wuchernde Pflanzen. Das Yang zeigt sich dagegen durch eine schlichte Bepflanzung und ein karges Ambiente. Das Zusammenspiel von beidem ist bei der Gartengestaltung bestenfalls gut ausgewogen. Die Balance zwischen Licht und Schatten, offen oder wild bewachsenen Stellen, Ruhezonen und belebten Bereichen sollte stets gewahrt werden.
Fließendes, klares Wasser steht im Feng Shui für Wohlstand. Ein Wasserspiel oder ein kleiner Springbrunnen sind in einem Nutzgarten willkommen.

Feng Shui im Büro

Der Schreibtisch sollte dort stehen, wo man das Gefühl hat, alles kontrollieren zu können. Er hat im besten Fall eine Wand im Rücken. Türen und Fenster sollten sich im Blickfeld befinden. Sollte das nicht machbar sein, kommen Spiegel zum Einsatz, die den Blick nach hinten ermöglichen.

Eine Wand direkt vor dem Schreibtisch wirkt wie das sprichwörtliche „Brett vor dem Kopf“. Besser ist ein freier Blick nach vorne. Auch der Bildschirm steht besser seitlich. Überflüssige Dinge gehören nicht auf den Schreibtisch. Ordnung bringt Ruhe, auch in offenen Regalen und Schränken.

Alles was kaputt, abgenutzt oder vertrocknet ist, wird besser entfernt, denn es bringt negative Atmosphäre mit sich.

Auch im Büro ist es wichtig Winkel und spitze Kanten zu vermeiden. Es hängt jedoch davon ab, was man erreichen möchte. Rechteckige Formen sorgen für Wachstum, Erweiterung und Erdung. Sie begünstigen die Entscheidungsfreudigkeit. Eine offene Front fördert den Energiefluss.

Ein quadratischer Schreibtisch kann die Energie stagnieren lassen. Runde Formen begünstigen, dass man sich buchstäblich im Kreis dreht.
Ein runder Schreibtisch ist jedoch günstig für Besprechungen, denn hier kann die Energie frei fließen und alle am Tisch sind gleich.
Klassische Büropflanzen wie Kakteen sollten im Büro lieber keinen Raum finden, besser sind ein frischer Blumenstrauß oder Pflanzen mit kräftigen Blättern.

Mit Farben lässt sich eine bestimmte Energiequalität schaffen. Jede Farbe ist Symbol für ein bestimmtes Element sowie für eine bestimmte Energieart. Farben wirken sich auf die Laune und unser Wohlbefinden aus.

Braun steht für Verlässlichkeit und Erdverbundenheit. Es unterstützt und sorgt für Wohlbefinden. Schwarz begünstigt die Konzentration und Aufgeschlossenheit. Weiß sorgt für Klarheit und Disziplin. Dies gilt auch für Grau gilt, doch es spendet noch mehr Kraft zur Fokussierung auf Dinge. Grün wirkt kreativ und neutralisiert. Es sorgt für Harmonie, Gleichgewicht und Frieden. Rot ist eine stark aktivierende Farbe. Sie bringt Glück, Liebe und Freude.

Feng Shui im Kinderzimmer

Kinder haben ein gutes Gespür dafür, welche Plätze ihnen gut tun. Man sollte aufmerksam beobachten, wo ein Kind sich gerne aufhält und ihm seine Plätze entsprechend einrichten. Im Kinderzimmer gelten ähnliche Regeln, wie in der restlichen Wohnung, schließlich ist das Kinderzimmer wie eine kleine Wohnung mit Schlaf- und Arbeitsbereichen für die Kinder. Wie auch sonst werden spitze Ecken und Kanten bestenfalls gemieden. Unter Umständen sind sie ohnehin eine Gefahrenquelle, doch auch für die positive Atmosphäre sind sie störend. Sie können durch Dekorationselemente oder Pflanzen verdeckt werden.

Quellen:

de.wikipedia.org/wiki/Feng_Shui

www.schoener-wohnen.de/tipps-trends/39241-bstr-basis-regeln-beim-feng-shui

www.wohnnet.at/wohnen/raeume/feng-shui-schlafzimmer-17447